Tag der offenen Tür

Die kooperative Gesamtschule informiert und bietet zugleich ein unterhaltsames Programm – von der Seifenblasenproduktion bis zu Lesekisten.

Von Manfred Ofer (Bürstädter Zeitung)

Wer den „Tag der offenen Tür“ an der Erich-Kästner-Schule verpasst hat, findet Ansprechpartner für Informationen auf www.eks-buerstadt.de.

Es ist ein Blick hinter den Vorhang, den die Erich-Kästner-Schule (EKS) immer zu Jahresbeginn ihren Besuchern beim Tag der offenen Tür gewährt. Nicht, dass dieser undurchdringlich wäre, doch ist die Bandbreite der Lehrangebote mittlerweile so groß, dass Transparenz äußerst nützlich ist. Die Veranstaltung richtet sich an Schüler der vierten Klassen und deren Eltern. Einmal mehr war das Interesse groß. „Die meisten unserer Schüler kommen tatsächlich aus Bürstadt und seinen Ortsteilen, doch wir haben auch Kinder und Jugendliche aus Lampertheim, Biblis und Groß-Rohrheim“, machte Sven Dehoust von der Schulleitung deutlich. Mit seinen Kollegen vom Lehrkörper hatte er den Tag der offenen Tür vorbereitet. Schon im Foyer gab es die ersten Informationen, Orientierung sowie Kaffee und Kuchen. Mitglieder der Schülervertretung betrieben die Cafeteria. Die EKS versteht sich als eine kooperative Gesamtschule, die es ihren Schülern über den fachlichen Anspruch hinaus ermöglichen will, sich nicht nur im Unterricht, sondern auch im gesellschaftlichen Rahmen außerhalb der Schule zu engagieren. Es gibt in Bürstadt einen Haupt-, Real- und Gymnasialzweig. Das pädagogische Konzept wird derzeit von 869 Schülern in 39 Klassen genutzt. Das sind mehr als noch vor einem Jahr. „Das liegt daran, dass wir es mit stärkeren Grundschuljahrgängen zu tun haben“, erläuterte Dehoust. Die Leitung der Schule rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. „Wir werden wohl bald wieder mehr als 900 Schüler hier unterrichten“, bemerkte Dehoust, während er einer Gruppe von Besuchern folgte, die an einer der Führungen durch die Räume der EKS teilnahmen. Sie konnte feststellen, dass die EKS komfortabel aufgestellt ist. Es gibt genügend Klassenräume, darüber hinaus einen Raum für die Schülervertretung, einen neuen Erdkunderaum und eine gut ausgestattete Mediothek. Letztere bietet ihren Nutzern einen Bestand von mehreren tausend Büchern und anderen Medien, die zum Teil digital erschlossen sind. An einem Stand fanden Besucher sogenannte Lesekisten vor, die Schüler gebastelt hatten. Bei dem Projekt stellten Schüler ihre Lieblingsbücher vor, indem sie Gegenstände, Zitate und Bilder, die mit dem Inhalt in Verbindung stehen, in einer Kiste sammelten und präsentierten. Die große Lust am Experimentieren wurde in den Klassenräumen der naturwissenschaftlichen Fächer zelebriert. Biologie, Physik und Chemie bestehen nicht nur aus grauer Theorie, sondern sind überall in unserem Alltag zu finden. Ein Blick durch das Mikroskop kann faszinierende neue Welten eröffnen. Besucher wollten verstehen, wie man auf einfache Weise Seifenblasen fliegen lassen kann, und bei den „Netzhelden“ war zu erfahren, worauf man beim Surfen im Internet achten sollte, um auf der sicheren Seite zu bleiben. Die Angebote an der EKS werden beständig erweitert. Es gibt die Möglichkeit, sein Kind in einer der Ganztags- oder Halbtagsklassen anzumelden. Neu ist die Erweiterung um das Thema „Inklusion“. Kinder mit einer Behinderung werden an der EKS individuell gefördert. Vor diesem Hintergrund sind an bestimmten Tagen spezialisierte Lehrer vom Berufsförderzentrum in Lampertheim an der Schule aktiv. Darüber hinaus kümmert sich ein Inklusionsbeauftragter um die Interessen der Kinder, hilft bei Anträgen und der Suche nach nützlichen Netzwerken. Auch mit der städtischen Jugendförderung arbeitet die Schule eng zusammen. „Viele Kinder und Jugendliche, die bei uns auf die Schule gehen, besuchen auch oft das Jugendhaus“, bemerkte Dehoust und stellte fest: „Da bietet sich ein Austausch an.“ Am Ende ihrer Visite konnten Eltern auf einem Fragebogen angeben, ob sie mit dem Angebot am Tag der offenen Tür zufrieden waren. Darüber wird die Schulleitung beraten. So hat die eine oder andere Rückmeldung durchaus schon Eingang in das Konzept der Schule gefunden.