Erich Kästner-Schule - Kooperative Gesamtschule
Erich Kästner-Schule - Kooperative Gesamtschule

Eisverkäufer machen Förderverein froh

Margit Heumann, Jürgen Ruh, Mercedes Borkenhagen, Lars Dinges, Steffen Kratz

Denn mit zahlreichen Sitzgelegenheiten zauberte die engagierte Klasse ein zum Verweilen einladendes Ambiente. Neben den Klassikern, Vanille, Schoko, Erdbeere und der Sorte „Cookies“ von Eiscafé Kilian, kreierten die Schüler aber auch sommerliche Erdbeerbecher, die reißenden Absatz fanden. Weil der erwartete Erlös weitaus übertroffen wurde, entschied die Klasse, nicht etwa den kompletten Umsatz in die eigene Tasche, die Klassenkasse, zu stecken, sondern dem Förderverein der Erich Kästner-Schule eine Finanzspritze zu verpassen. Dieser durfte sich am Mittwochnachmittag beim „Kippes“ aber nicht nur über 120 Euro der fleißigen 6 Ga freuen, sondern zudem über eine großzügige Spende von Jürgen Ruh, Inhaber des Eiscafés Kilian.

 
  • VERWENDUNG
    Rund 240 Mitglieder hat der Verein, konnte zuletzt bei seiner Aktion im Rahmen der Einschulung mit 55 Neuanmeldungen einen absoluten Rekord verbuchen. Die Wunschliste des Fördervereins ist lang. Als Priorität nennt Borkenhagen eine besondere Lichtanlage für die Aula oder ein schickes schwarzes Brett für den Eingangsbereich der Schule, wo Informationen und Präsentationen angepinnt werden können. Zudem verbraucht die schuleigene Mediothek Jahr um Jahr eine Menge an Geldern. „Wir sind stolz, so etwas anbieten zu können und wollen eben auch immer auf dem neusten Stand sein“, hebt die Vorsitzende hervor. (mm)

Jürgen Ruh gibt noch 500 Euro dazu

Jürgen Ruh bespendet zum Saisonende nun schon das dritte Jahr in Folge einen Bürstädter Verein/Institution, „ein Dankeschön von uns, wir möchten dabei etwas zurückgeben“, liegt es dem Inhaber am Herzen. Nach Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz (DRK) hat er sich in diesem Jahr für den Förderverein der Erich Kästner-Schule entschieden. Viele Schüler kommen den Sommer über regelmäßig vorbei und konsumieren Eis. Zudem verbindet Jürgen Ruh und Klassenlehrerin Margit Heumann eine langjährige Geschäftspartnerschaft, wie die beiden lachend erzählen. Seit vielen Jahren schon liefert Jürgen Ruh Eiswagen, Eis und Zubehör für die Schulfest-Eisdiele und macht, weil die Aktion für den guten Zweck ist, den Schülern stets einen Sonderpreis.

120 Euro, die Hälfte des Reingewinns, überreichten am Mittwoch die beiden Klassensprecher Lars Dinges und Steffen Kratz stellvertretend für die gesamte Klasse 6 Ga dem Förderverein der EKS. Dem schloss sich Jürgen Ruh an, und packte noch einmal ein rundes Sümmchen von 500 Euro oben drauf. „Klasse“, befand Vorsitzende Mercedes Borkenhagen, „das zeigt uns, dass der Förderverein im Bewusstsein der Schüler angekommen ist.“

EKS-Schüler befassen sich bei Projekttag mit dem Thema Nachhaltigkeit

Zwar mussten sie wetterbedingt das Nabu-Gelände gegen Klassenzimmer tauschen, Spaß hatten die Siebtklässler der Erich Kästner-Schule am Montag dennoch: Unter dem Motto „Streuobstwiesen“ hatte die BNE-Gruppe (Bildung nachhaltige Entwicklung) der Schule einen Projekttag organisiert, der das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund rückte. An vier verschiedenen Stationen konnten die Jugendlichen spielerisch erfahren, was es mit dem Thema Nachhaltigkeit eigentlich auf sich hat.

Apfelsaft und Kräuterquark werden hergestellt.

  • UNTERSTÜTZUNG
    In dieser Form wurde der Projekttag zum Thema Streuobstwiesen zum ersten Mal ausgerichtet, er soll sich allerdings in den nächsten Jahren für die siebten Jahrgangsstufen etablieren.

    Finanziell wurde der Projekttag durch die Klimastiftung für Bürger unterstützt. (vjo)

Gut war die Laune vor allem in der Schulküche. Unter der Leitung von Dr. Elke Wagner-Pommerenke näherten sich die Schüler dem Thema Nachhaltigkeit dort auf kulinarischer Ebene. „Wir probieren heute verschiedene Apfelsorten und pressen daraus unseren eigenen Saft – den später natürlich alle Schüler verkosten dürfen“, erklärte Wagner-Pommerenke. Außerdem waren die Schüler im Schulgarten unterwegs, pflückten Küchen- und Naturkräuter und stellten daraus ihren eigenen Kräuterquark her. „Außerdem stellen wir selbst Butter her“, betonte die Projektleiterin, deren Schützlinge aus dem Abschmecken gar nicht mehr herauskamen. Kreativ werden hieß es an Station 2. Und das taten die Schüler auch, und zwar mit Naturmaterialien. Aus Ästen, Rinde, Lehm, Tannenzweigen, Blüten und Kordeln formten sie Bilderrahmen, Teelichthalter, Mobilés und andere einfallsreiche Dekorationselemente. „Das Gestalten kommt bei den Jugendlichen richtig gut an. Ich musste sie regelrecht von den Plätzen reißen, als es darum ging, einen Rundgang durch die anderen Stationen zu machen“, berichtete Dr. Alexandra Groß-Munsch, die die Bastelstation betreute.

Raus ins Freie wagte sich trotz des Nieselregens die „Boden“-Gruppe, die sich eine Bodenanalyse aufs Programm geschrieben hatte. Dazu gruben die Schüler mit dem Spaten zunächst 50 Zentimeter tiefe Löcher in den Schulgarten, um Erdproben zu entnehmen. „Wir ermitteln beispielsweise den ph-Wert in der Erde und überprüfen die Durchlässigkeit des Bodens“, erklärte Projektleiterin Sigrid Röhrborn. Bodenproben wurden hierzu in Plastikbecher gegeben, mit Wasser aufgefüllt und geschüttelt. Als sich die Erde abgesetzt hatte, konnten die Schüler einen Teststreifen ins Wasser halten und den Wert ermitteln. „Der lag heute fast immer bei 7“, berichtete ein Schüler.

Beim Sinnesparcours, der vierten Station des Projekttages, ging es vor allem darin, den eigenen Tastsinn auszuprobieren. Hier standen verschiedene Übungen auf dem Programm, bei denen sich die Jugendlichen in Zweier-Teams gegenseitig durch den Schulgarten führen mussten – auch eine Vertrauenssache, wie die Jugendlichen schnell erkannten. Bei einer weiteren Übung bekam jeder Schüler einen Apfel, den er fühlen und sich dessen Merkmale genau einprägen sollte. Später galt es für jeden Schüler, den eigenen Apfel aus allen anderen Äpfeln herauszufinden.

„In dieser Form veranstalten wir den Projekttag zum ersten Mal“, erläuterte Wagner-Pommerenke. Sinn der Aktion sei es, das Bewusstsein der Schüler für Lebensmittel zu stärken. „Sie sollen mal sehen, wie Lebensmittel hergestellt werden, woher sie kommen, was man alles essen kann und was nicht“, sagte sie, „es geht uns um die Wertschätzung.“

Maker Faire 2017

Martin Eichhorn, Prof. Dr. Alexander Lorz (Kultusminister Hessen), Dr. Veit Gruhn

Rückblick Maker Faire 2017 in Bensheim

 

Am 16.9. und 17.9. fand die Maker Faire mit vorheriger Podiumsdiskussion am 15.9. an der Karl-Kübel-Schule in Bensheim statt (wir kündigten diese im lezten Infobrief an).

Laut Maker Faire waren fast 100 Stände vertreten und ca 5000 Besucher anwesend.

Die Veranstaltung wurde nicht nur von der politischen Prominenz Hessens besucht, sondern auch von Groß und Klein mit Interesse an Physik im Speziellen und Naturwissenschaften im Allgemeinen.

Unser Stand mit zahlreichen Versuchen physikalischer Natur kam sehr gut an. An unserer Eks wurde reges Interesse gezeigt, wie wir im persönlichen Gespräch mit vielen Besuchern feststellen durften. Auch von unserern EKS-Prospekten wurden viele mitgenommen. Wir konnten also ordentlich die Werbetrommel für uns rühren.

Aber auch für uns persönlich war die Veranstaltung ein Erfolg. So konnten wir mit anderen Physikern, Tüftlern, Lehrern aller Schulformen sowie zahlreichen Poltikern (u. a. mit Prof. Dr. Alexander Lorz, Christian Engelhardt und Dr. Michael Meister) rege ins Gespräch kommen und uns nicht nur aber auch fachlicher Natur austauschen.

Martin Eichhorn, Dr. Veit Gruhn

 

Christian Engelhardt (Landrat des landkreises Bergstraße), Martin Eichhorn, Dr. Veit Gruhn, Dr. Michael Meister (Schirmherr der Maker Faire 2017 und Bundestagsabgeordneter sowie parlamentarischer Sekkretär des Bundesministers für Finanzen)

Schulung der Streitschlichter

Auf dem Weg zur Schule können so manche Gefahren lauern: Wenn zum Beispiel das Kind in Streit mit anderen Heranwachsenden gerät. Oder wenn fremde Menschen das Kind ansprechen oder sogar sein Portemonnaie rauben wollen. Schon seit einigen Jahren bietet deshalb die Erich Kästner-Schule (EKS) seinen Schützlingen ein Training zum zertifizierten Schulwegbegleiter an. Damit die älteren Pennäler auf die jüngeren Schüler unterwegs aufpassen. Nach einer zweitägigen Ausbildung dürfen sich jetzt wieder 14 Mädchen und Jungen ab sofort als Schulwegbegleiter engagieren.

„Stress im Bus? Das muss nicht sein. Mische dich ein!“. Mit diesen Sätzen wirbt der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), der die Kosten dieses Trainings vollständig übernimmt, über blau-weiße Informationsbroschüren für die Ausbildung zum Schulwegbegleiter. Wenn jemand mit einem schwarzen Filzstift die Sitzpolster beschmiert, seinem Nachbaren in die Rippen boxt oder ältere Jungs ein wehrloses Mädchen bedrängen – in solchen heiklen Momenten muss ein Schulwegbegleiter geistesgegenwärtig eingreifen, sich dazwischen stellen und vernünftig schlichten. Bei Rangeleien und Streitereien etwa. „Ich betreue dieses Training seit fünf Jahren. Ich schaue unter den Jugendlichen, wer Interesse hat und informiere darüber, wann und wo das stattfindet“, erklärte Lehrerin Christine Negle.

Eine Voraussetzung für das Training sei, wie die Faltbroschüre erläutert, dass der potentielle Schulwegbegleiter regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fährt. Die zum Schulwegbegleiter qualifizierenden Workshops leitet Konfliktberaterin Jutta Barner-Grüber, eine Vertreterin des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar. Rollenspiele und Übungen sind zentraler Inhalt dieser Workshops. „Das Training soll langfristig nachwirken, damit die Schüler wissen, dass es bei Problemen einen Ansprechpartner gibt“, schilderte Mediatorin Jutta Barner-Grüber.

Ein Zertifikat von der Konfliktberaterin

Nach erfolgreicher Teilnahme überreicht die Konfliktberaterin ein Zertifikat. Ausgebildete Schulwegbegleiter übernehmen die Patenschaft für jüngere Schulkameraden und helfen den Kleineren, sich an der Haltestelle und während der ersten Busfahrten zurechtzufinden. Am Training nahm auch Schülerin Jana Blechschmitt teil. „Das macht sich gut im Zeugnis bei Bewerbungen“, begründete die 13-Jährige, die gerade die achte Klasse der Realschule besucht, ihre Teilnahme. Nach der Schule möchte Jana Blechschmitt eventuell eine Ausbildung zur Industriemechanikerin oder Schweißerin belegen.

Mobil & Authentisch - Berufswelt zu Gast in der EKS

Metall- und Elektroindustrie wirbt an EKS für die Branche

 

Einfacher geht es wohl kaum: Da steht ein nagelneues Fahrzeug auf dem Schulhof der Erich Kästner-Schule (EKS), drum herum drei Auszubildende, eine Handvoll Schüler und Ansprechpartner aus der Metall- und Elektroindustrie sowie von Bildungsorganisationen. Und schon haben die jungen Leute aus der 9. Jahrgangsstufe Gelegenheit, sich ausführlich zu informieren, vielleicht schon eine Orientierung in ihrer Berufswahl zu finden.

Für den Wahlpflichtunterrichtskurs „Metall“ von Lehrer Sven Dehoust war am Freitagmorgen das Projekt „mobil und authentisch“ von Hessenmetall, dem hessischen Verband der Metall- und Elektrounternehmen, eine willkommene Erweiterung des Unterrichts. Erst im Frühjahr aus einem Arbeitskreis südhessischer Ausbildungsleiter und der IG Metall entstanden, scheint das Projekt schon in seiner jetzigen Pilotphase überaus erfolgreich zu sein. Vor den Sommerferien gestartet, steckt es zwar noch in der Entwicklung, soll aber langfristig laufen und wirken. „Ziel ist es, Schüler besser über duale Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und so zur Nachwuchsgewinnung in unserer Branche beizutragen“, sagte Reinhard Pfeifer, der zwar als Ausbildungsleiter bei Dentsply Sirona in Bensheim tätig ist, aber an diesem Tag als Botschafter für alle Metall- und Elektrobetriebe vor Ort war.

Die Kampagne richtet sich vor allem an Haupt- und Realschüler. Gebraucht werden in der Industrie jene jungen Leute, die nach der Ausbildung in die Fertigung gehen wollen, Gelerntes dort umsetzen. „Unsere Herausforderung liegt in der richtigen Auswahl der Bewerber. Wir suchen Hauptschüler, die engagiert mitmachen. Viele, die in unserer Branche lernen wollen, das ist ganz wichtig. Sie können es aber noch nicht, wir bringen ihnen dieses Können bei“, so Pfeifer.

Damit klar wird, wie vielfältig die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie sind und dass auch Mädchen sich über Gendergrenzen hinweg für diese Berufe begeistern können, gibt es neben dem Projekt „mobil und authentisch“ das Konzept „Campus Unternehmen“ – ein virtuelles Angebot an Unternehmen und Jugendliche, miteinander in Kontakt zu kommen, Lebenswelten über Blogs und Bilder zu teilen und zu erklären. „Um die Jugendlichen auch auf ihren eigenen Kanälen anzusprechen, verbreiten wir mit Unternehmen Informationen in den sozialen Netzwerken. Dort kann sich jeder über Praktikums- und Ausbildungsplätze erkundigen, kann aber auch einfach Bilder von solchen Aktionen wie heute anschauen und den Freunden zeigen“, sagte Andreas Sauer, der als Vertreter des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (Region Südhessen) auf dem Schulhof der EKS war.

Für Lehrer Sven Dehoust ist es klar, er sagte: „Viele der Neuntklässler stehen erst am Anfang ihrer Berufsorientierung, mein Einfluss als Lehrer ist gering, aber mit solchen Projekten wie einer Berufsinfobörse oder eben ,mobil und authentisch‘ können wir als Schule Alternativen aufzeigen und den Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichen.“ In der Schule selbst gibt es zwei Werkräume, dort lernen die Teilnehmer seines WPU-Kurses mit dem Werkstoff Metall umzugehen.

Ausbildung kann sehr vielschichtig sein

Dass die Ausbildungen etwa zum Feinmechaniker und Mechatroniker aber sehr vielschichtig sind und nicht immer nur mit Blechschere und Feile zu tun haben – dies konnten die jungen Menschen am Freitag auf dem Schulhof unkompliziert und von nahezu Gleichaltrigen erfahren. Cheyma, Sophia und Jessica sind zwar eigentlich wegen des Lehrers im „Metall“-Kurs, fanden die Aktion aber „interessant“, „haben viel Neues gelernt“ und „die Ausstattung des Autos echt toll“.

Vom Acker in den Topf - WPU Kochen

Beim Prjekt "Satt ohne Tütensuppe" haben die Schüler ihren Spaß am Kochen

Siebtklässler ernten erst Kartoffeln und bereiten sie dann zu

Vom Feld zur Erntemaschine, in den Supermarkt und bis in die Küche – wie der Weg einer Kartoffel und einer Zwiebel von den Bürstädter Feldern auf den eigenen Esstisch verläuft, das schauten sich zum Wochenbeginn Schüler der Erich Kästner-Schule ganz genau an.

Gemeinsam mit ihrem Wahlpflichtkurs „Satt ohne Tütensuppe“ machten sich Schüler der 7. Jahrgangsstufe auf Wissensreise: Am Montag erlebten sie bei Landwirt Uwe Friedrich auf dem Valentinhof, wo die Kartoffel und die Zwiebel wächst, am Dienstag kochten sie in ihrer Kochstunde mit eben diesen Zutaten in der Schulküche. Biologie- und Religionslehrerin Christine Negle ist an der Erich Kästner-Schule die Expertin rund um das Thema Schulverpflegung. Sie leitet unter anderem den aktuellen Kochkurs, gemeinsam mit ihren Schülern hatte sie Bauer Friedrich auf Einladung der Organisation „Pro bono liberi 2016“ einen Vormittag lang über die Schulter geschaut.

Edith Appel-Thomas, Vorstandsmitglied von „Pro bono liberi 2016“, hatte früher selbst drei Kinder an der Erich Kästner-Schule und war lange Jahre als Elternbeiratsvorsitzende mittendrin im Schulgeschehen – sie will den interessierten Kindern die Nähe zum Produkt zeigen und setzt sich dafür ein, dass im Unterricht Theorie und Praxis miteinander verbunden werden.

„Normalerweise sehen wir nicht, wie Kartoffeln vollautomatisch geerntet, über Förderbänder laufen und sortiert werden. Bei Uwe Friedrich hatten die Schüler sogar die Gelegenheit, die große Erntemaschine hautnah zu erleben und von oben die Bedienmöglichkeiten zu sehen“, sagte Appel-Thomas, die sichtlich begeistert war. Zusammen mit „Pro bono liberi“ hatte sie nicht nur die Organisation des Ausflugs, sondern auch die Finanzierung des Schülertransports zum außerhalb gelegenen Bauernhof übernommen.

Schulleiterin Stephanie Dekker weiß, wie wichtig für die Jugendlichen die sehr beliebten Kreativkurse sind. Den Kindern etwas anderes zu zeigen und ihnen neue Geschmäcker zu eröffnen und ein Bewusstsein für Lebensmittel zu vermitteln, sei Aufgabe des Wahlpflichtangebots, so Dekker. „Wir kochen einmal in der Woche ohne Geschmacksverstärker, ein halbes Jahr lang lernen Kinder der 7. und 8. Realschulklassen gesund zu essen“, erklärte Christine Negle einen Tag nach ihrem gelungenen Ausflug zum Valentinhof.

Mario liebt das Kochen

Die Schulküche brummte am Dienstag voller Geschäftigkeit, auf den Tisch kamen - zubereitet in nur einer Doppelstunde – gleich drei verschiedene Gerichte: Eingeteilt in vier kleine Arbeitsgruppen bereiteten die Kursteilnehmer Rosmarinkartoffeln mit Kräuterdip, zweierlei Kartoffelsuppen und Kartoffelpuffer mit selbstgemachtem Apfelbrei. „Wir haben gestern gesehen, wie die Kartoffeln geerntet werden“, sagte Emma, während sich die 13-Jährige ihre blaue Schürze überstreifte. Mario, gerade 13 Jahre alt geworden, wusste genau, warum er sich für dieses Wahlpflichtfach entschieden hatte: „Ich liebe Kochen.“

Und so dauerte es nicht lange, bis der große Sack Kartoffeln vom Valentinhof geschält und gekocht, gewürzt und verputzt war.

Leiterin mit Liebe und Leidenschaft

Stephanie Dekker bekam am Freitag ihre Ernennungsurkunde zur Schulleiterin der EKS überreicht.

ERNENNUNGSFEIER Stephanie Dekker ist nun offiziell Direktorin der Erich Kästner-Schule

An den Tag, an dem sie zum ersten Mal ihre neue Arbeitsstätte aufgesucht hat, kann sich Stephanie Dekker noch genau erinnern: „Wenn ich daran denke, wie ich den Weg vom Parkplatz zum Pausenhof gegangen bin und realisiert habe: Das ist jetzt deine Schule. Dann bekomme ich jetzt noch Gänsehaut.“ 16 Monate ist das mittlerweile her. 16 Monate, in denen Dekker als kommissarische Schulleiterin für die Erich Kästner-Schule (EKS) schon einiges bewegt hat. Das wurde auch am Freitag deutlich, als Dekker im Rahmen einer Feierstunde offiziell zur Direktorin der kooperativen Gesamtschule ernannt wurde.

„Traurig wäre es, alleine zu feiern“, betonte Dekker, die sich entsprechend darüber freute, dass sich Kollegen, Weggefährten und viele weitere Gäste in der mit Sonnenblumen geschmückten Mensa eingefunden hatten. Auch unter den Gästen: Markus Proksch vom staatlichen Schulamt, der Dekker ihre Ernennungsurkunde vom hessischen Kultusministerium überreichte. „Seit Frau Dekker an der EKS ist, ist hier schon viel passiert“, berichtete Proksch, dem unter anderem die reformierten Konferenzführungen im Kopf geblieben sind, die unter der neuen Schulleiterin sehr strukturiert abliefen. Weiter betonte er: „Frau Dekker hat immer den einzelnen Menschen im Blick.“

Das sah Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz ähnlich. Sie überbrachte die Glückwünsche des Kreises und betonte, dass nach 16 Monaten Wirkungszeit bereits erste Ergebnisse sichtbar würden. Begünstigt würden diese durch die Generalsanierung, die derzeit an der Schule durchgeführt wird. Dadurch entstehe ein Gebäude, das Schülern eine optimale Umgebung zum Lernen biete. „Die EKS zählt zu den lebhaftesten Schulen im Kreis Bergstraße. Hier ist eigentlich immer etwas los: Von Präventionsaktionen bis hin zu ,Jugend forscht‘ steht hier jede Woche etwas auf dem Programm“, betonte die Kreisbeigeordnete. Umso besser, wenn die federführende Hand an der Schule mit Leidenschaft bei der Sache ist.

Dass dem so ist, davon zeigte sich auch Bürgermeisterin Bärbel Schader überzeugt. Sie habe Dekker im letzten Jahr kennengelernt und sprach in diesem Zusammenhang von „einem ganz besonderen Treffen“. „Ich komme selbst aus der Schule. Wenn man dann eine so leidenschaftliche Pädagogin trifft, dann gibt einem das ein gutes Gefühl. Schon in den ersten Gesprächen habe ich gemerkt: Frau Dekker ist spritzig, pfiffig, wach.“ Wichtig sei es daher, der neuen Schulleiterin auch die Möglichkeiten zu geben, ihre Ideen zu verwirklichen und an der EKS etwas zu bewegen.

Als „Schulleiterin mit viel Liebe und Herzblut“ bezeichnete Christine Andes vom Personalrat Stephanie Dekker. Das Schulleiteramt sei ein Amt mit unglaublich viele Aufgaben – die auch schon mal zur großen Belastung werden könnten. „Davon ist bei Frau Dekker aber nichts zu spüren. Sie wirkt freundlich, aber bestimmt, hat in kurzer Zeit Struktur in die Schule gebracht und die Kommunikation verbessert“, betonte Andes, „und das alles mit viel Humor.“ Zufrieden zeigten sich auch die Schüler, die für die Schülervertretung sprachen. Sie attestierten der Direktorin eine erfrischende und fröhliche Art, mit der man gerne zusammenarbeite und mit der man bereits unterschiedliche Dinge wie ein neues Schullogo oder den Brötchenverkauf habe organisieren können.

Viel zurückgelassen, aber noch mehr gewonnen

Von den vielen freundlichen Worten zeigte sich Dekker sichtlich bewegt. „16 Monate ist es jetzt her, seit ich Hamburg verlassen habe und nach Bürstadt an die Erich Kästner-Schule gekommen bin“, berichtete sie. „Ich habe viel zurückgelassen – aber noch mehr habe ich hier gewonnen.“ Zwar sei es nicht immer einfach gewesen, da sie hier ein völlig anderes Schulsystem erwartet habe und auch die Rolle als Leiterin noch neu gewesen sei, dennoch habe sie sich mittlerweile eingelebt – auch dank der Zusammenarbeit mit den Kollegen und dem Elternbeirat. Dekkers Ziel hat sich nicht geändert: „Gemeinsam wollen wir hier einiges bewegen. Für die Kinder.“

Sanierung schreitet voran

Neue Fenster werden im Obergeschoss der EKS eingebaut.

SANIERUNG Bauarbeiten an allen drei Schulen / Mehr Neuanmeldungen in EKS und Schillerschule

Die Ferien neigen sich dem Ende zu – was sicher die meisten Schüler traurig macht, wird manche Eltern vielleicht freuen. Abc-Schützen und Fünftklässler starten am Dienstag, 15. August, in ihren neuen Lebensabschnitt, für alle anderen Schüler beginnt der Unterricht bereits am Montag, 14. August. An allen drei Bürstädter Schulen schuften derzeit noch Bauarbeiter und Handwerker, zum Teil gehen diese Arbeiten auch länger vonstatten.

Schwer geschuftet wird derzeit in der Erich Kästner-Schule. Handwerker bauen neue Fenster im ersten Obergeschoss ein, im Treppenhaus sind Maler zugange, um das Gebäude zu verschönern. Die Arbeiten, die zum dritten Sanierungsabschnitt gehören, sollen in dieser Woche abgeschlossen werden, damit ab Montag weder Lärm noch Staub den Schulunterricht in diesem Trakt stören. An anderer Stelle im Schulgebäude geht es mit Bauarbeiten allerdings weiter – das ist dann der vierte Bauabschnitt. In der Sporthalle wird man ebenfalls weiterhin Handwerker antreffen, denn der Umbau der Raumlufttechnik dauert noch bis Jahresende, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte.

  • SCHULBEGINN UND GOTTESDIENSTE
    Erich Kästner-Schule: Der Unterricht für die Klassen sechs bis zehn beginnt am Montag, 14. August. Am Dienstag, 15. August, ist für die fünften Klassen ein Einschulungsgottesdienst in der Kirche St. Peter, an der Schule werden die Mädchen und Buben um 9.30 Uhr offiziell willkommen geheißen.

Einige Wände von EKS-Klassenzimmern haben Pinnwände erhalten, diese dienen nicht nur dazu, um etwas dranzuheften, sondern auch als Lärmschutz. Mehr Ruhe schafft eine angenehmere Lernatmosphäre. Erneuert wurde der Computerraum im Erdgeschoss, die Schüler dürfen an 30 neuen Geräten Platz nehmen, um in die Welt der Daten einzutauchen.

 

Einen starken Jahrgang verzeichnet in diesem Sommer die Erich Kästner-Schule: 145 Neuanmeldungen für die fünften Klassen gibt es, das sind 24 mehr als 2016 in der kooperativen Gesamtschule. Die Schillerschule begrüßt 120 Abc-Schützen, das sind acht mehr als im Vorjahr. 20 neue Sprachheilschüler wird es geben, vier weniger als 2016 hier anfingen. 27 neue Schulanfänger gibt es in der Bobstädter Astrid-Lindgren-Schule, drei weniger als vor einem Jahr. Wer weiß, angesichts des derzeitigen Regenwetters freuen sich ja doch einige Mädels und Jungs auf den Schulunterricht in teilweise renovierten Klassenzimmern und an neuen PCs.

 

 

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