Erich Kästner-Schule - Kooperative Gesamtschule
Erich Kästner-Schule - Kooperative Gesamtschule

Was geht App in Bürstadt?

Früher hatten wir Freunde - heute haben wir ein Smartphone. Dieses Zitat des Erziehungswissenschaftlers Matthias Scharlach könnte einem in den Sinn kommen, wenn man junge Menschen sieht, die zusammenstehen, aber jeder dabei auf sein multifunktionales Mobiltelefon starrt. Die Begeisterung für den Mini-Computer ist auch in Bürstadt riesig, in der großen Pause der Erich Kästner-Schule (EKS) sind es nicht wenige, die über das Display ihres Smartphones wischen. Dafür, dass ihnen das erlaubt ist, mussten sie allerdings kämpfen. An der EKS gibt es aber auch eine Schülergruppe, die ihre jüngeren Mitschüler über die Gefahren der digitalen Welt aufklärt - die "Netzhelden".

Die neuen Medien machen unser Leben schöner, aber es kann auch zu einem gesundheitsgefährdenden Suchtverhalten kommen. Einer Studie mit rund 800 Smartphone-Nutzern zufolge, die an der Universität von Texas in Austin durchgeführt wurde, beeinträchtigt schon die reine Anwesenheit von Mini-Computern die Denk- und Konzentrationsfähigkeit. Forscher haben in Studien eindeutig Zusammenhänge zwischen der Nutzung digitaler Medien und Schlafdefiziten aufgezeigt. Eine Befragung von Auszubildenden hat 2015 ergeben, dass 16- bis 25-Jährige mehr als die Hälfte ihrer wachen Zeit mit digitalen Medien verbringen.

Im Buch "Wie Jugendliche schreiben: Schreibkompetenz und neue Medien" von Christa Dürscheid, Franc Wagner und Sarah Brommer heißt es, viele Lehrer hätten einen Rückgang der Schreibkompetenz beobachtet - Kenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik seien in den letzten Jahren gesunken. Eine Ursache könne die Nutzung digitaler Medien sein. Selbst Politiker melden sich beim Thema digitale Kommunikation mahnend zu Wort: Der hessische Kultusminister verweist auf Gefahren wie Datenmissbrauch, Kostenfallen und Cybermobbing. Sind auch junge Bürstädter Smartphone-Nutzer gefährdet?

 

Bei dreimaligem Verstoß wird
man zu Sozialstunden verdonnert

Darüber hat man sich an der Erich Kästner-Schule intensiv Gedanken gemacht und dann auch darüber gestritten. Ausgangspunkt der Diskussion war im Jahr 2016 der Wunsch der Schülervertretung und der Gruppe "Netzhelden" nach einer Erlaubnis für die Smartphone-Nutzung in den großen Pausen auf dem Hof. Denn bis dahin war der Mini-Computer in der EKS und auch im Schulhof schlicht verboten. Selbst Schulleiterin Stephanie Dekker rang damals mit sich in dieser Frage. "Ich habe die kritischen Studien zur Smartphone-Nutzung wahrgenommen. Andererseits mache ich selbst alles digital. Daher plädierte ich dann auch für die Erlaubnis der Nutzung in den großen Pausen", sagt die EKS-Chefin. Denn die Schüler sollten lernen, mit dem digitalen Freund umzugehen - das sei sinnvoller als eine Verteufelung. Anfang dieses Jahres gab es dann eine "Smartphone-Probezeit" an der EKS von rund drei Monaten. Und da sich die Schüler an die Regeln hielten, stand der Erlaubnis nichts mehr im Weg. Natürlich gibt es auch Sanktionen, wenn ein Schüler gegen die Regeln verstößt. Wenn ein Smartphone im Unterricht piepst, landet es für den Rest des Tages bei der Schulleitung. Bei dreimaligem Verstoß wird man zu Sozialstunden verdonnert. "Den Fall haben wir aber noch nie gehabt", sagt Dekker und will damit sagen, dass die jungen Leute an der EKS vernünftig mit ihrem Smartphone umgehen.

Und dies ist sicherlich auch ein Verdienst der Gruppe "Netzhelden". Gegründet wurde sie von der Lehrerin Maike Sattler-Wolff vor drei Jahren. Diese hatte die Wichtigkeit des kritischen Umgangs mit digitalen Medien erkannt, einen WPU-Kurs und eine AG zu diesem Thema initiiert. Hier lernen die Schüler, wie man digitale Medien sinnvoll und gefahrlos nutzt. Und dieses Wissen geben diese "Netzhelden" auch an andere weiter: an Fünft- und Sechstklässler der EKS, an Viertklässler der Grundschulen in Bürstadt oder sogar an Erwachsene, wie bei einem Elternabend zu diesem Thema. Mehr als ein Dutzend Schüler wirken mittlerweile bei den "Netzhelden" mit.

Eine Smartphone-Sucht sehen die "Netzhelden" an der EKS nicht: "Viele haben ihr Smartphone gar nicht da bei. Und wer es dabei hat, guckt in der Pause nur mal kurz drauf", so die Beobachtung der 16-jährigen "Netzheldin" Patrice. Die "Helden" - zum großen Teil Mädchen - wollen ihre jüngeren Mitschüler darüber aufklären, wie sie ihre persönlichen Daten schützen können und wie man seinen Beitrag gegen Mobbing leisten kann: "Ein unschönes Bild eines anderen sollte man einfach löschen und nicht etwa an Mitschüler weiterschicken." Da die älteren "Netzhelden" in ein paar Monaten die EKS verlassen, bilden sie gerade jüngere Schüler aus, die ihre ehrenamtliche Tätigkeit fortführen sollen.

Verbreitet ist das digitale Mobiltelefon durchaus in Schülerkreisen: "In der fünften Klasse hat etwa jeder Dritte ein Smartphone, ab der achten Klasse jeder", haben die "Netzhelden" festgestellt. Genutzt wird es für die Kommunikationskanäle Snapchat und WhatsApp - außerdem als Uhr. Armbanduhren werden selten. Zum Teil wird das Smartphone aber auch im Unterricht genutzt, berichten die "Netzhelden". Dann werden beispielsweise kleine Filmchen über Unterrichtsinhalte gedreht. Manche Lehrer erlauben auch eine Recherche mit dem Smartphone.

Das Interesse am Lesen
ist ungebrochen

Schulleiterin Dekker sieht nach den bisherigen Erfahrungen keine Veranlassung, das Smartphone zu verdammen. "Die Schreibkompetenz ist nicht schlechter geworden. Und das Interesse am Lesen ist ungebrochen, die Mediothek ist gut besucht, in der Wunschbox sind zahlreiche Bücherwünsche zu finden." Kopfrechnen müsse allerdings verstärkt geübt werden, weil der Griff zum Taschenrechner im Smartphone auch sehr bequem sei. Schüler mit Schlafdefizit seien Einzelfälle, da spreche man die Eltern an. "Eine Mutter gab neulich im Elternrat den Tipp, die Smartphones im Haus nachts aus den Schlafzimmern zu verbannen und sie an die Ladestation anzuschließen. So schläft man gut", erzählt Dekker. Die Direktorin betont, dass sie stolz auf die im Umkreis einmalige "Netzhelden"-Gruppe ist, die bei schwierigen Fällen ihren Rat suche. Und die sofort kam, als sie ausgerufen wurde, um in ihrer Pause der Presse zur Verfügung zu stehen. Das Thema digitale Medien sieht sie als gesellschaftliches Problem, darüber müssten alle reden. "Wir haben sicher noch manche Diskussion vor uns, wer weiß, was noch alles kommt", so Dekker nachdenklich.

An der EKS findet man zweifellos auch echte Freunde, denn schon die Lautstärke beweist, dass man hier noch miteinander spricht. Und nicht nur über das, was über den digitalen Äther geht.

Autorenlesung mit Petra Lahnstein

In den Regalen stehen die Zeitdetektive und die fünf Freunde, Was ist was-Bücher und Modellbahn-Zeitschriften liegen bereit. Doch am Mittwochmorgen war kein Sachtext in der Mediothek der Erich Kästner-Schule gefragt, auch keine Abenteuergeschichte. Denn die Lesebeauftragte der Schule, Sigrid Röhrborn, hatte zur Autorenlesung eingeladen: Alle siebten und achten Klassen hatten die Gelegenheit, einer Autorin aus Limburg an der Lahn zu lauschen – Petra Lahnstein las aus ihrem Buch „Hauptsache tanzen!“. Und hatte stets schon nach wenigen Minuten die Aufmerksamkeit der Schüler für sich.

„Bei Jugendlichen ist am Anfang die Distanz spürbar, da dauert es ein paar Minuten, bis das Interesse am Buch da ist“, sagte die 43-jährige Autorin, die eigentlich in der PR- und Marketingbranche arbeitet, gerne aber auch Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und oft auf Lesungen unterwegs ist. Sie selbst tanzte früher, vom Garde- und Showtanz bis zu Standard- und Lateintänzen. Und die Schüler – anfangs noch in den allerletzen Stuhlreihen versteckt, von Rektorin Stephanie Dekker aufgescheucht und nach vorne beordert – hörten zu. Die Geschichte: Ein Mädchen, 14 Jahre alt, ist Tänzerin. Der Bruder kann nach einem Unfall nicht mehr mit ihr tanzen, jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Partner. Und das auf dem scheinbar langweiligen Land. Petra Lahnstein las aus verschiedenen Kapiteln vor, eine ganze Schulstunde lang, dann eine Pause, dann noch einmal 20 Minuten. Seit 2012 schreibt die Autorin, ist vor allem in den Wintermonaten und vor den Sommerferien auf Lesereise an vielen Schulen. Die Verbindung zur Erich Kästner-Schule kam über ihren Newsletter zustande. „Der direkte Kontakt mit den Schülern macht mir sehr viel Spaß“, sagte sie.

Gespendetes Exemplar kann man in Mediothek ausleihen

Zwei Mal im Jahr lädt die Erich Kästner-Schule immer wieder wechselnde Jahrgangstufen zu einer Autorenlesung ein, die Lesebegeisterung soll so geweckt und gefestigt werden. In der Pause jedenfalls ist die Mediothek proppenvoll: In der Leseecke tummeln sich unter zwei Plakaten von Kästners fliegendem Klassenzimmer und seinen Helden Pünktchen und Anton viele Schüler, zwischen den Regalen wird gelernt, geplaudert und gelesen. Das Buch „Hauptsache tanzen!“ können sich die Schüler der EKS übrigens nun auch aus der Mediothek ausleihen, Petra Lahnstein hat ein Exemplar der Schule gespendet.

Teilnahme der EKS an der 14. MINT-Messe in Wiesbaden

Am Montag, dem 13. November fand die 14. MINT-Messe im Landtag Wiesbaden statt. In diesem Jahr war die EKS erstmals mit einem Stand vertreten. Lisa Ofenloch, Philipp Rotter (beide 10 G c) sowie Laurin Wiedemann und Timo Ulpins (beide 6 G b) präsentierten die Projekte „Forschertag“ der Grundschulen sowie die „Forscherpause“. In dieser können SuS der 5. bzw. 6. Klassen jeweils montags in der 2. großen Pause kleine naturwissenschaftliche Experimente im Chemieraum 242 unter Anleitung durchführen. Am Stand waren 5 Experimente vorbereitet, die die Besucher zum Mitmachen einluden. Im Austausch mit anderen Schulen konnten einige neue Anregungen mit nach Bürstadt gebracht werden.
 

Projekt Old meets young

Das Projekt „Old meets Young“ zeigt, wie verschiedene Generationen voneinander profitieren. Was Elisabeth Reifeis und Dana Ast beweisen.

Ein Grinsen kann sich Dana Ast nicht verkneifen. Mit neugierigen Blicken verfolgt die 15-Jährige die Spielzüge von Elisabeth Reifeis, die zum Würfel greift und freudig die Faust ballt, als darauf endlich die sechs Augen erscheinen. „Jetzt aber!“, ruft die Seniorin, die regelrecht zu strahlen beginnt, als sie die Holzfigur der Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Maxiversion packt und das rote Männchen beherzt vor ihr Haus setzt. Momente wie diese sind es, die Dana Ast zeigen, dass sie mit ihrer Anwesenheit Freude auslöst. Und die ihr zeigen, dass sich eine Teilnahme am Projekt „Old meets Young“ auf jeden Fall lohnt. Weil unterschiedliche Generationen dabei voneinander profitieren können.

Zusammenarbeit von St. Elisabeth und Erich Kästner-Schule

  • ZERTIFIKAT DES KULTUSMINISTERIUMS
    Das Projekt „Old meets Young“ wurde 2002 von der Erich Kästner-Schule und dem Altenpflegeheim St. Elisabeth ins Leben gerufen, um verschiedene Generationen zusammenzuführen, das gesellschaftliche Miteinander zu stärken und Generationen dazu zu animieren, miteinander Zeit zu verbringen und voneinander zu lernen.

    Eine Teilnahme am Projekt ist EKS-Schülern ab der Klassenstufe 8 möglich, die Teilnahme ist freiwillig.

    Unterstützt werden die Schüler bei ihren regelmäßigen Besuchen von Wilma Ofenloch, Marlies Batzel und Christina Kilian, die als ehrenamtliche Betreuerinnen im Haus aktiv sind.

    Das Engagement der Schüler wird mit einem Zertifikat des Hessischen Kultusministeriums gewürdigt, das die Jugendlichen am Ende des (zunächst) auf ein Jahr angesetzten Projektes von den Verantwortlichen überreicht bekommen.

    In dieser Woche startet das Projekt für insgesamt zwölf neue Schüler. (vjo)

„Old meets Young“ wurde 2002 ins Leben gerufen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Altenpflegeheim St. Elisabeth und der Erich Kästner-Schule (EKS), in dessen Rahmen Schüler einmal pro Woche freiwillig für eine Stunde ins Seniorenheim kommen, um Zeit mit den Bewohnern zu verbringen. „Zeit, von der alle Beteiligten etwas haben“, betont die Projektverantwortliche Birgit Mascetta, die von Ast und Reifeis zustimmende Blicke erntet.

„Ich habe nur noch eine Nichte. Da ist nicht mehr viel Verwandtschaft übrig geblieben, die mich regelmäßig besuchen kann“, erzählt Reifeis. Über die regelmäßigen Besuche der Jugendlichen freut sich die 86-Jährige daher umso mehr. „Sie bringen frischen Wind ins Haus, sind allesamt höflich und wohl erzogen“, sagt die Seniorin. Am liebsten spielt sie Bingo. „Das ist immer so spannend, wenn die Zahlen aufgerufen werden. Und ein bisschen mitdenken muss man auch – da ist Grips gefordert.“ Aber auch an allen anderen Beschäftigungen, denen die Senioren mit den EKS-Schülern nachgehen, findet die 86-Jährige großen Gefallen. Egal, ob Gesellschaftsspiel, Bastelaktion, Spaziergang oder ein lockerer Plausch bei Kaffee und Kuchen: „Uns fällt immer etwas ein, das Abwechslung und Spaß bringt“, betont Reifeis, die seit fast zwei Jahren in St. Elisabeth lebt.

Spaß bringen die Besuche auch Dana Ast. Sie nimmt seit über einem Jahr an dem Projekt teil und hat infolgedessen kürzlich sogar ein Praktikum in St. Elisabeth absolviert. „Keine Seltenheit“, wie Birgit Mascetta betont, „die Schüler profitieren von dem Projekt nämlich in erster Linie auch, was die berufliche Orientierung angeht.“ So sind im Altenpflegeheim mittlerweile mehrere Mitarbeiter beschäftigt, die in der Vergangenheit am Generationenprojekt teilgenommen haben – im Bereich der Pflege, aber auch im Bereich der Verwaltung und der Pflegewissenschaft. „Auch viele Praktikums- oder FSJ-Stellen werden bei uns im Anschluss an das Projekt angefragt. Weil es hier einfach möglich ist, in das soziale Berufsfeld hineinzuschnuppern.“

Nicht ganz unwichtig, wie Mascetta betont. Vor allem in der Pflegebranche werden händeringend neue Fachkräfte gesucht, der Beruf gilt aufgrund seiner Anforderungen und der schlechten Bezahlung nicht gerade als Traumjob für Jugendliche, die gerade die Schule beenden. „Wir müssen schauen, dass wir junge Menschen an dieses Berufsfeld heranführen. Menschen, die aber auch die nötige Ausdauer dazu mitbringen“, erklärt die Leiterin der Sozialstation.

Ein weiterer Vorteil des Projektes, wie Mascetta findet. Denn wer sich darauf einlässt, Zeit mit zunächst fremden, älteren Menschen zu verbringen, der stärkt auch seine sozialen Kompetenzen. „Die Schüler lernen, sich auf andere Menschen einzustellen, im Team zu arbeiten, Ängste abzubauen.“ Fähigkeiten, die in jedem Job gefragt sind. Aber auch Hintergrundwissen wird während der Treffen vermittelt, Wissenswertes, was beispielsweise rechtliche oder gesundheitliche Aspekte angeht.

Auch Dana Ast hat die Zeit im Altenheim beeinflusst. „Ich weiß jetzt, dass ich auf jeden Fall im sozialen Bereich arbeiten möchte“, erklärt die Zehntklässlerin, die plant, nach ihrem Abschluss im nächsten Jahr eine Ausbildung als Erzieherin zu beginnen. Aber auch die Zeit mit den Senioren genießt sie nach wie vor. „Jeder Bewohner ist anders. Viele erzählen gerne von früher, wie sie durch den Krieg gekommen sind. Das ist wirklich interessant“, berichtet die 15-Jährige, die vor dem Projektstart bereits regelmäßig ihren Opa in St. Elisabeth besucht hatte. „Wenn ich hier rausgehe, dann habe ich immer das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben“, sagt die Schülerin, „und weil es meistens auch lustig ist, habe ich auch mir selbst etwas Gutes getan.“

Erfahrungen, die andere Schüler bestätigen können – und dadurch die anderen anstecken. „Es gab Jahre, da hatten wir über 40 Schüler, die sich für das Projekt gemeldet hatten. Das war dann allerdings fast schon ein bisschen zu viel des Guten, weshalb wir die Teilnehmerzahl in diesem Jahr erstmals begrenzt haben“, gesteht die Leiterin der Sozialstation.

Jugendliche und Bewohner sollen Bindung aufbauen

Die einräumt, dass nicht immer jeder Jugendliche mit der gleichen Ausdauer bei der Sache ist. „Wenn einer letztendlich nur noch einmal im Monat vorbeikommt, dann ist das natürlich nicht wirklich optimal. Wir wollen schließlich, dass Jugendliche und Senioren eine Beziehung zueinander aufbauen können“, sagt Mascetta, „einige übernehmen sich dann schon, wenn sie denken, dass sie Schule, Sport und alles andere unter einen Hut bekommen können.“

Diejenigen, die regelmäßig kommen, wissen allerdings, was sie an den Treffen mit den älteren Menschen haben. „Da sind bei uns schon richtige Freundschaften entstanden“, erzählt die Leiterin der Sozialstation. „Es gibt einige Jugendliche, die noch über das Projekt hinaus Kontakt zu den Bewohnern unseres Heims halten – und das über einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren.“

Eisverkäufer machen Förderverein froh

Margit Heumann, Jürgen Ruh, Mercedes Borkenhagen, Lars Dinges, Steffen Kratz

Denn mit zahlreichen Sitzgelegenheiten zauberte die engagierte Klasse ein zum Verweilen einladendes Ambiente. Neben den Klassikern, Vanille, Schoko, Erdbeere und der Sorte „Cookies“ von Eiscafé Kilian, kreierten die Schüler aber auch sommerliche Erdbeerbecher, die reißenden Absatz fanden. Weil der erwartete Erlös weitaus übertroffen wurde, entschied die Klasse, nicht etwa den kompletten Umsatz in die eigene Tasche, die Klassenkasse, zu stecken, sondern dem Förderverein der Erich Kästner-Schule eine Finanzspritze zu verpassen. Dieser durfte sich am Mittwochnachmittag beim „Kippes“ aber nicht nur über 120 Euro der fleißigen 6 Ga freuen, sondern zudem über eine großzügige Spende von Jürgen Ruh, Inhaber des Eiscafés Kilian.

 
  • VERWENDUNG
    Rund 240 Mitglieder hat der Verein, konnte zuletzt bei seiner Aktion im Rahmen der Einschulung mit 55 Neuanmeldungen einen absoluten Rekord verbuchen. Die Wunschliste des Fördervereins ist lang. Als Priorität nennt Borkenhagen eine besondere Lichtanlage für die Aula oder ein schickes schwarzes Brett für den Eingangsbereich der Schule, wo Informationen und Präsentationen angepinnt werden können. Zudem verbraucht die schuleigene Mediothek Jahr um Jahr eine Menge an Geldern. „Wir sind stolz, so etwas anbieten zu können und wollen eben auch immer auf dem neusten Stand sein“, hebt die Vorsitzende hervor. (mm)

Jürgen Ruh gibt noch 500 Euro dazu

Jürgen Ruh bespendet zum Saisonende nun schon das dritte Jahr in Folge einen Bürstädter Verein/Institution, „ein Dankeschön von uns, wir möchten dabei etwas zurückgeben“, liegt es dem Inhaber am Herzen. Nach Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz (DRK) hat er sich in diesem Jahr für den Förderverein der Erich Kästner-Schule entschieden. Viele Schüler kommen den Sommer über regelmäßig vorbei und konsumieren Eis. Zudem verbindet Jürgen Ruh und Klassenlehrerin Margit Heumann eine langjährige Geschäftspartnerschaft, wie die beiden lachend erzählen. Seit vielen Jahren schon liefert Jürgen Ruh Eiswagen, Eis und Zubehör für die Schulfest-Eisdiele und macht, weil die Aktion für den guten Zweck ist, den Schülern stets einen Sonderpreis.

120 Euro, die Hälfte des Reingewinns, überreichten am Mittwoch die beiden Klassensprecher Lars Dinges und Steffen Kratz stellvertretend für die gesamte Klasse 6 Ga dem Förderverein der EKS. Dem schloss sich Jürgen Ruh an, und packte noch einmal ein rundes Sümmchen von 500 Euro oben drauf. „Klasse“, befand Vorsitzende Mercedes Borkenhagen, „das zeigt uns, dass der Förderverein im Bewusstsein der Schüler angekommen ist.“

EKS-Schüler befassen sich bei Projekttag mit dem Thema Nachhaltigkeit

Zwar mussten sie wetterbedingt das Nabu-Gelände gegen Klassenzimmer tauschen, Spaß hatten die Siebtklässler der Erich Kästner-Schule am Montag dennoch: Unter dem Motto „Streuobstwiesen“ hatte die BNE-Gruppe (Bildung nachhaltige Entwicklung) der Schule einen Projekttag organisiert, der das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund rückte. An vier verschiedenen Stationen konnten die Jugendlichen spielerisch erfahren, was es mit dem Thema Nachhaltigkeit eigentlich auf sich hat.

Apfelsaft und Kräuterquark werden hergestellt.

  • UNTERSTÜTZUNG
    In dieser Form wurde der Projekttag zum Thema Streuobstwiesen zum ersten Mal ausgerichtet, er soll sich allerdings in den nächsten Jahren für die siebten Jahrgangsstufen etablieren.

    Finanziell wurde der Projekttag durch die Klimastiftung für Bürger unterstützt. (vjo)

Gut war die Laune vor allem in der Schulküche. Unter der Leitung von Dr. Elke Wagner-Pommerenke näherten sich die Schüler dem Thema Nachhaltigkeit dort auf kulinarischer Ebene. „Wir probieren heute verschiedene Apfelsorten und pressen daraus unseren eigenen Saft – den später natürlich alle Schüler verkosten dürfen“, erklärte Wagner-Pommerenke. Außerdem waren die Schüler im Schulgarten unterwegs, pflückten Küchen- und Naturkräuter und stellten daraus ihren eigenen Kräuterquark her. „Außerdem stellen wir selbst Butter her“, betonte die Projektleiterin, deren Schützlinge aus dem Abschmecken gar nicht mehr herauskamen. Kreativ werden hieß es an Station 2. Und das taten die Schüler auch, und zwar mit Naturmaterialien. Aus Ästen, Rinde, Lehm, Tannenzweigen, Blüten und Kordeln formten sie Bilderrahmen, Teelichthalter, Mobilés und andere einfallsreiche Dekorationselemente. „Das Gestalten kommt bei den Jugendlichen richtig gut an. Ich musste sie regelrecht von den Plätzen reißen, als es darum ging, einen Rundgang durch die anderen Stationen zu machen“, berichtete Dr. Alexandra Groß-Munsch, die die Bastelstation betreute.

Raus ins Freie wagte sich trotz des Nieselregens die „Boden“-Gruppe, die sich eine Bodenanalyse aufs Programm geschrieben hatte. Dazu gruben die Schüler mit dem Spaten zunächst 50 Zentimeter tiefe Löcher in den Schulgarten, um Erdproben zu entnehmen. „Wir ermitteln beispielsweise den ph-Wert in der Erde und überprüfen die Durchlässigkeit des Bodens“, erklärte Projektleiterin Sigrid Röhrborn. Bodenproben wurden hierzu in Plastikbecher gegeben, mit Wasser aufgefüllt und geschüttelt. Als sich die Erde abgesetzt hatte, konnten die Schüler einen Teststreifen ins Wasser halten und den Wert ermitteln. „Der lag heute fast immer bei 7“, berichtete ein Schüler.

Beim Sinnesparcours, der vierten Station des Projekttages, ging es vor allem darin, den eigenen Tastsinn auszuprobieren. Hier standen verschiedene Übungen auf dem Programm, bei denen sich die Jugendlichen in Zweier-Teams gegenseitig durch den Schulgarten führen mussten – auch eine Vertrauenssache, wie die Jugendlichen schnell erkannten. Bei einer weiteren Übung bekam jeder Schüler einen Apfel, den er fühlen und sich dessen Merkmale genau einprägen sollte. Später galt es für jeden Schüler, den eigenen Apfel aus allen anderen Äpfeln herauszufinden.

„In dieser Form veranstalten wir den Projekttag zum ersten Mal“, erläuterte Wagner-Pommerenke. Sinn der Aktion sei es, das Bewusstsein der Schüler für Lebensmittel zu stärken. „Sie sollen mal sehen, wie Lebensmittel hergestellt werden, woher sie kommen, was man alles essen kann und was nicht“, sagte sie, „es geht uns um die Wertschätzung.“

Maker Faire 2017

Martin Eichhorn, Prof. Dr. Alexander Lorz (Kultusminister Hessen), Dr. Veit Gruhn

Rückblick Maker Faire 2017 in Bensheim

 

Am 16.9. und 17.9. fand die Maker Faire mit vorheriger Podiumsdiskussion am 15.9. an der Karl-Kübel-Schule in Bensheim statt (wir kündigten diese im lezten Infobrief an).

Laut Maker Faire waren fast 100 Stände vertreten und ca 5000 Besucher anwesend.

Die Veranstaltung wurde nicht nur von der politischen Prominenz Hessens besucht, sondern auch von Groß und Klein mit Interesse an Physik im Speziellen und Naturwissenschaften im Allgemeinen.

Unser Stand mit zahlreichen Versuchen physikalischer Natur kam sehr gut an. An unserer Eks wurde reges Interesse gezeigt, wie wir im persönlichen Gespräch mit vielen Besuchern feststellen durften. Auch von unserern EKS-Prospekten wurden viele mitgenommen. Wir konnten also ordentlich die Werbetrommel für uns rühren.

Aber auch für uns persönlich war die Veranstaltung ein Erfolg. So konnten wir mit anderen Physikern, Tüftlern, Lehrern aller Schulformen sowie zahlreichen Poltikern (u. a. mit Prof. Dr. Alexander Lorz, Christian Engelhardt und Dr. Michael Meister) rege ins Gespräch kommen und uns nicht nur aber auch fachlicher Natur austauschen.

Martin Eichhorn, Dr. Veit Gruhn

 

Christian Engelhardt (Landrat des landkreises Bergstraße), Martin Eichhorn, Dr. Veit Gruhn, Dr. Michael Meister (Schirmherr der Maker Faire 2017 und Bundestagsabgeordneter sowie parlamentarischer Sekkretär des Bundesministers für Finanzen)

Schulung der Streitschlichter

Auf dem Weg zur Schule können so manche Gefahren lauern: Wenn zum Beispiel das Kind in Streit mit anderen Heranwachsenden gerät. Oder wenn fremde Menschen das Kind ansprechen oder sogar sein Portemonnaie rauben wollen. Schon seit einigen Jahren bietet deshalb die Erich Kästner-Schule (EKS) seinen Schützlingen ein Training zum zertifizierten Schulwegbegleiter an. Damit die älteren Pennäler auf die jüngeren Schüler unterwegs aufpassen. Nach einer zweitägigen Ausbildung dürfen sich jetzt wieder 14 Mädchen und Jungen ab sofort als Schulwegbegleiter engagieren.

„Stress im Bus? Das muss nicht sein. Mische dich ein!“. Mit diesen Sätzen wirbt der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), der die Kosten dieses Trainings vollständig übernimmt, über blau-weiße Informationsbroschüren für die Ausbildung zum Schulwegbegleiter. Wenn jemand mit einem schwarzen Filzstift die Sitzpolster beschmiert, seinem Nachbaren in die Rippen boxt oder ältere Jungs ein wehrloses Mädchen bedrängen – in solchen heiklen Momenten muss ein Schulwegbegleiter geistesgegenwärtig eingreifen, sich dazwischen stellen und vernünftig schlichten. Bei Rangeleien und Streitereien etwa. „Ich betreue dieses Training seit fünf Jahren. Ich schaue unter den Jugendlichen, wer Interesse hat und informiere darüber, wann und wo das stattfindet“, erklärte Lehrerin Christine Negle.

Eine Voraussetzung für das Training sei, wie die Faltbroschüre erläutert, dass der potentielle Schulwegbegleiter regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fährt. Die zum Schulwegbegleiter qualifizierenden Workshops leitet Konfliktberaterin Jutta Barner-Grüber, eine Vertreterin des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar. Rollenspiele und Übungen sind zentraler Inhalt dieser Workshops. „Das Training soll langfristig nachwirken, damit die Schüler wissen, dass es bei Problemen einen Ansprechpartner gibt“, schilderte Mediatorin Jutta Barner-Grüber.

Ein Zertifikat von der Konfliktberaterin

Nach erfolgreicher Teilnahme überreicht die Konfliktberaterin ein Zertifikat. Ausgebildete Schulwegbegleiter übernehmen die Patenschaft für jüngere Schulkameraden und helfen den Kleineren, sich an der Haltestelle und während der ersten Busfahrten zurechtzufinden. Am Training nahm auch Schülerin Jana Blechschmitt teil. „Das macht sich gut im Zeugnis bei Bewerbungen“, begründete die 13-Jährige, die gerade die achte Klasse der Realschule besucht, ihre Teilnahme. Nach der Schule möchte Jana Blechschmitt eventuell eine Ausbildung zur Industriemechanikerin oder Schweißerin belegen.

Mobil & Authentisch - Berufswelt zu Gast in der EKS

Metall- und Elektroindustrie wirbt an EKS für die Branche

 

Einfacher geht es wohl kaum: Da steht ein nagelneues Fahrzeug auf dem Schulhof der Erich Kästner-Schule (EKS), drum herum drei Auszubildende, eine Handvoll Schüler und Ansprechpartner aus der Metall- und Elektroindustrie sowie von Bildungsorganisationen. Und schon haben die jungen Leute aus der 9. Jahrgangsstufe Gelegenheit, sich ausführlich zu informieren, vielleicht schon eine Orientierung in ihrer Berufswahl zu finden.

Für den Wahlpflichtunterrichtskurs „Metall“ von Lehrer Sven Dehoust war am Freitagmorgen das Projekt „mobil und authentisch“ von Hessenmetall, dem hessischen Verband der Metall- und Elektrounternehmen, eine willkommene Erweiterung des Unterrichts. Erst im Frühjahr aus einem Arbeitskreis südhessischer Ausbildungsleiter und der IG Metall entstanden, scheint das Projekt schon in seiner jetzigen Pilotphase überaus erfolgreich zu sein. Vor den Sommerferien gestartet, steckt es zwar noch in der Entwicklung, soll aber langfristig laufen und wirken. „Ziel ist es, Schüler besser über duale Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und so zur Nachwuchsgewinnung in unserer Branche beizutragen“, sagte Reinhard Pfeifer, der zwar als Ausbildungsleiter bei Dentsply Sirona in Bensheim tätig ist, aber an diesem Tag als Botschafter für alle Metall- und Elektrobetriebe vor Ort war.

Die Kampagne richtet sich vor allem an Haupt- und Realschüler. Gebraucht werden in der Industrie jene jungen Leute, die nach der Ausbildung in die Fertigung gehen wollen, Gelerntes dort umsetzen. „Unsere Herausforderung liegt in der richtigen Auswahl der Bewerber. Wir suchen Hauptschüler, die engagiert mitmachen. Viele, die in unserer Branche lernen wollen, das ist ganz wichtig. Sie können es aber noch nicht, wir bringen ihnen dieses Können bei“, so Pfeifer.

Damit klar wird, wie vielfältig die Ausbildungsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie sind und dass auch Mädchen sich über Gendergrenzen hinweg für diese Berufe begeistern können, gibt es neben dem Projekt „mobil und authentisch“ das Konzept „Campus Unternehmen“ – ein virtuelles Angebot an Unternehmen und Jugendliche, miteinander in Kontakt zu kommen, Lebenswelten über Blogs und Bilder zu teilen und zu erklären. „Um die Jugendlichen auch auf ihren eigenen Kanälen anzusprechen, verbreiten wir mit Unternehmen Informationen in den sozialen Netzwerken. Dort kann sich jeder über Praktikums- und Ausbildungsplätze erkundigen, kann aber auch einfach Bilder von solchen Aktionen wie heute anschauen und den Freunden zeigen“, sagte Andreas Sauer, der als Vertreter des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (Region Südhessen) auf dem Schulhof der EKS war.

Für Lehrer Sven Dehoust ist es klar, er sagte: „Viele der Neuntklässler stehen erst am Anfang ihrer Berufsorientierung, mein Einfluss als Lehrer ist gering, aber mit solchen Projekten wie einer Berufsinfobörse oder eben ,mobil und authentisch‘ können wir als Schule Alternativen aufzeigen und den Blick über den Tellerrand hinaus ermöglichen.“ In der Schule selbst gibt es zwei Werkräume, dort lernen die Teilnehmer seines WPU-Kurses mit dem Werkstoff Metall umzugehen.

Ausbildung kann sehr vielschichtig sein

Dass die Ausbildungen etwa zum Feinmechaniker und Mechatroniker aber sehr vielschichtig sind und nicht immer nur mit Blechschere und Feile zu tun haben – dies konnten die jungen Menschen am Freitag auf dem Schulhof unkompliziert und von nahezu Gleichaltrigen erfahren. Cheyma, Sophia und Jessica sind zwar eigentlich wegen des Lehrers im „Metall“-Kurs, fanden die Aktion aber „interessant“, „haben viel Neues gelernt“ und „die Ausstattung des Autos echt toll“.

Vom Acker in den Topf - WPU Kochen

Beim Prjekt "Satt ohne Tütensuppe" haben die Schüler ihren Spaß am Kochen

Siebtklässler ernten erst Kartoffeln und bereiten sie dann zu

Vom Feld zur Erntemaschine, in den Supermarkt und bis in die Küche – wie der Weg einer Kartoffel und einer Zwiebel von den Bürstädter Feldern auf den eigenen Esstisch verläuft, das schauten sich zum Wochenbeginn Schüler der Erich Kästner-Schule ganz genau an.

Gemeinsam mit ihrem Wahlpflichtkurs „Satt ohne Tütensuppe“ machten sich Schüler der 7. Jahrgangsstufe auf Wissensreise: Am Montag erlebten sie bei Landwirt Uwe Friedrich auf dem Valentinhof, wo die Kartoffel und die Zwiebel wächst, am Dienstag kochten sie in ihrer Kochstunde mit eben diesen Zutaten in der Schulküche. Biologie- und Religionslehrerin Christine Negle ist an der Erich Kästner-Schule die Expertin rund um das Thema Schulverpflegung. Sie leitet unter anderem den aktuellen Kochkurs, gemeinsam mit ihren Schülern hatte sie Bauer Friedrich auf Einladung der Organisation „Pro bono liberi 2016“ einen Vormittag lang über die Schulter geschaut.

Edith Appel-Thomas, Vorstandsmitglied von „Pro bono liberi 2016“, hatte früher selbst drei Kinder an der Erich Kästner-Schule und war lange Jahre als Elternbeiratsvorsitzende mittendrin im Schulgeschehen – sie will den interessierten Kindern die Nähe zum Produkt zeigen und setzt sich dafür ein, dass im Unterricht Theorie und Praxis miteinander verbunden werden.

„Normalerweise sehen wir nicht, wie Kartoffeln vollautomatisch geerntet, über Förderbänder laufen und sortiert werden. Bei Uwe Friedrich hatten die Schüler sogar die Gelegenheit, die große Erntemaschine hautnah zu erleben und von oben die Bedienmöglichkeiten zu sehen“, sagte Appel-Thomas, die sichtlich begeistert war. Zusammen mit „Pro bono liberi“ hatte sie nicht nur die Organisation des Ausflugs, sondern auch die Finanzierung des Schülertransports zum außerhalb gelegenen Bauernhof übernommen.

Schulleiterin Stephanie Dekker weiß, wie wichtig für die Jugendlichen die sehr beliebten Kreativkurse sind. Den Kindern etwas anderes zu zeigen und ihnen neue Geschmäcker zu eröffnen und ein Bewusstsein für Lebensmittel zu vermitteln, sei Aufgabe des Wahlpflichtangebots, so Dekker. „Wir kochen einmal in der Woche ohne Geschmacksverstärker, ein halbes Jahr lang lernen Kinder der 7. und 8. Realschulklassen gesund zu essen“, erklärte Christine Negle einen Tag nach ihrem gelungenen Ausflug zum Valentinhof.

Mario liebt das Kochen

Die Schulküche brummte am Dienstag voller Geschäftigkeit, auf den Tisch kamen - zubereitet in nur einer Doppelstunde – gleich drei verschiedene Gerichte: Eingeteilt in vier kleine Arbeitsgruppen bereiteten die Kursteilnehmer Rosmarinkartoffeln mit Kräuterdip, zweierlei Kartoffelsuppen und Kartoffelpuffer mit selbstgemachtem Apfelbrei. „Wir haben gestern gesehen, wie die Kartoffeln geerntet werden“, sagte Emma, während sich die 13-Jährige ihre blaue Schürze überstreifte. Mario, gerade 13 Jahre alt geworden, wusste genau, warum er sich für dieses Wahlpflichtfach entschieden hatte: „Ich liebe Kochen.“

Und so dauerte es nicht lange, bis der große Sack Kartoffeln vom Valentinhof geschält und gekocht, gewürzt und verputzt war.

Leiterin mit Liebe und Leidenschaft

Stephanie Dekker bekam am Freitag ihre Ernennungsurkunde zur Schulleiterin der EKS überreicht.

ERNENNUNGSFEIER Stephanie Dekker ist nun offiziell Direktorin der Erich Kästner-Schule

An den Tag, an dem sie zum ersten Mal ihre neue Arbeitsstätte aufgesucht hat, kann sich Stephanie Dekker noch genau erinnern: „Wenn ich daran denke, wie ich den Weg vom Parkplatz zum Pausenhof gegangen bin und realisiert habe: Das ist jetzt deine Schule. Dann bekomme ich jetzt noch Gänsehaut.“ 16 Monate ist das mittlerweile her. 16 Monate, in denen Dekker als kommissarische Schulleiterin für die Erich Kästner-Schule (EKS) schon einiges bewegt hat. Das wurde auch am Freitag deutlich, als Dekker im Rahmen einer Feierstunde offiziell zur Direktorin der kooperativen Gesamtschule ernannt wurde.

„Traurig wäre es, alleine zu feiern“, betonte Dekker, die sich entsprechend darüber freute, dass sich Kollegen, Weggefährten und viele weitere Gäste in der mit Sonnenblumen geschmückten Mensa eingefunden hatten. Auch unter den Gästen: Markus Proksch vom staatlichen Schulamt, der Dekker ihre Ernennungsurkunde vom hessischen Kultusministerium überreichte. „Seit Frau Dekker an der EKS ist, ist hier schon viel passiert“, berichtete Proksch, dem unter anderem die reformierten Konferenzführungen im Kopf geblieben sind, die unter der neuen Schulleiterin sehr strukturiert abliefen. Weiter betonte er: „Frau Dekker hat immer den einzelnen Menschen im Blick.“

Das sah Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz ähnlich. Sie überbrachte die Glückwünsche des Kreises und betonte, dass nach 16 Monaten Wirkungszeit bereits erste Ergebnisse sichtbar würden. Begünstigt würden diese durch die Generalsanierung, die derzeit an der Schule durchgeführt wird. Dadurch entstehe ein Gebäude, das Schülern eine optimale Umgebung zum Lernen biete. „Die EKS zählt zu den lebhaftesten Schulen im Kreis Bergstraße. Hier ist eigentlich immer etwas los: Von Präventionsaktionen bis hin zu ,Jugend forscht‘ steht hier jede Woche etwas auf dem Programm“, betonte die Kreisbeigeordnete. Umso besser, wenn die federführende Hand an der Schule mit Leidenschaft bei der Sache ist.

Dass dem so ist, davon zeigte sich auch Bürgermeisterin Bärbel Schader überzeugt. Sie habe Dekker im letzten Jahr kennengelernt und sprach in diesem Zusammenhang von „einem ganz besonderen Treffen“. „Ich komme selbst aus der Schule. Wenn man dann eine so leidenschaftliche Pädagogin trifft, dann gibt einem das ein gutes Gefühl. Schon in den ersten Gesprächen habe ich gemerkt: Frau Dekker ist spritzig, pfiffig, wach.“ Wichtig sei es daher, der neuen Schulleiterin auch die Möglichkeiten zu geben, ihre Ideen zu verwirklichen und an der EKS etwas zu bewegen.

Als „Schulleiterin mit viel Liebe und Herzblut“ bezeichnete Christine Andes vom Personalrat Stephanie Dekker. Das Schulleiteramt sei ein Amt mit unglaublich viele Aufgaben – die auch schon mal zur großen Belastung werden könnten. „Davon ist bei Frau Dekker aber nichts zu spüren. Sie wirkt freundlich, aber bestimmt, hat in kurzer Zeit Struktur in die Schule gebracht und die Kommunikation verbessert“, betonte Andes, „und das alles mit viel Humor.“ Zufrieden zeigten sich auch die Schüler, die für die Schülervertretung sprachen. Sie attestierten der Direktorin eine erfrischende und fröhliche Art, mit der man gerne zusammenarbeite und mit der man bereits unterschiedliche Dinge wie ein neues Schullogo oder den Brötchenverkauf habe organisieren können.

Viel zurückgelassen, aber noch mehr gewonnen

Von den vielen freundlichen Worten zeigte sich Dekker sichtlich bewegt. „16 Monate ist es jetzt her, seit ich Hamburg verlassen habe und nach Bürstadt an die Erich Kästner-Schule gekommen bin“, berichtete sie. „Ich habe viel zurückgelassen – aber noch mehr habe ich hier gewonnen.“ Zwar sei es nicht immer einfach gewesen, da sie hier ein völlig anderes Schulsystem erwartet habe und auch die Rolle als Leiterin noch neu gewesen sei, dennoch habe sie sich mittlerweile eingelebt – auch dank der Zusammenarbeit mit den Kollegen und dem Elternbeirat. Dekkers Ziel hat sich nicht geändert: „Gemeinsam wollen wir hier einiges bewegen. Für die Kinder.“

Sanierung schreitet voran

Neue Fenster werden im Obergeschoss der EKS eingebaut.

SANIERUNG Bauarbeiten an allen drei Schulen / Mehr Neuanmeldungen in EKS und Schillerschule

Die Ferien neigen sich dem Ende zu – was sicher die meisten Schüler traurig macht, wird manche Eltern vielleicht freuen. Abc-Schützen und Fünftklässler starten am Dienstag, 15. August, in ihren neuen Lebensabschnitt, für alle anderen Schüler beginnt der Unterricht bereits am Montag, 14. August. An allen drei Bürstädter Schulen schuften derzeit noch Bauarbeiter und Handwerker, zum Teil gehen diese Arbeiten auch länger vonstatten.

Schwer geschuftet wird derzeit in der Erich Kästner-Schule. Handwerker bauen neue Fenster im ersten Obergeschoss ein, im Treppenhaus sind Maler zugange, um das Gebäude zu verschönern. Die Arbeiten, die zum dritten Sanierungsabschnitt gehören, sollen in dieser Woche abgeschlossen werden, damit ab Montag weder Lärm noch Staub den Schulunterricht in diesem Trakt stören. An anderer Stelle im Schulgebäude geht es mit Bauarbeiten allerdings weiter – das ist dann der vierte Bauabschnitt. In der Sporthalle wird man ebenfalls weiterhin Handwerker antreffen, denn der Umbau der Raumlufttechnik dauert noch bis Jahresende, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte.

  • SCHULBEGINN UND GOTTESDIENSTE
    Erich Kästner-Schule: Der Unterricht für die Klassen sechs bis zehn beginnt am Montag, 14. August. Am Dienstag, 15. August, ist für die fünften Klassen ein Einschulungsgottesdienst in der Kirche St. Peter, an der Schule werden die Mädchen und Buben um 9.30 Uhr offiziell willkommen geheißen.

Einige Wände von EKS-Klassenzimmern haben Pinnwände erhalten, diese dienen nicht nur dazu, um etwas dranzuheften, sondern auch als Lärmschutz. Mehr Ruhe schafft eine angenehmere Lernatmosphäre. Erneuert wurde der Computerraum im Erdgeschoss, die Schüler dürfen an 30 neuen Geräten Platz nehmen, um in die Welt der Daten einzutauchen.

 

Einen starken Jahrgang verzeichnet in diesem Sommer die Erich Kästner-Schule: 145 Neuanmeldungen für die fünften Klassen gibt es, das sind 24 mehr als 2016 in der kooperativen Gesamtschule. Die Schillerschule begrüßt 120 Abc-Schützen, das sind acht mehr als im Vorjahr. 20 neue Sprachheilschüler wird es geben, vier weniger als 2016 hier anfingen. 27 neue Schulanfänger gibt es in der Bobstädter Astrid-Lindgren-Schule, drei weniger als vor einem Jahr. Wer weiß, angesichts des derzeitigen Regenwetters freuen sich ja doch einige Mädels und Jungs auf den Schulunterricht in teilweise renovierten Klassenzimmern und an neuen PCs.

 

 

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