2011
Preisverleihung Umweltschule 2011
In Bad Nauheim haben am letzten Donnerstag Frau Staatsministerin Lucia Puttrich vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zusammen mit Herrn Jörg Meyer-Scholten vom Hessischen Kultusministerium die Auszeichnung „Umweltschule 2010 – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ an 69 Schulen aus Süd- und Mittelhessen verliehen. Zum vierten Mal in Folge wurde unter den ausgezeichneten Schulen auch die Erich Kästner-Schule (EKS) für ihr Engagement gewürdigt.
Bereits zum 11. Mal wird in Hessen diese Auszeichnung an Schulen verliehen, die sich besonders um die Umsetzung der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Schule bemühen. In mindestens zwei unterschiedlichen Handlungsbereichen vermitteln die Schulen ihren Schülerinnen und Schülern Wissen und Kompetenzen für eine zukunftsfähige Lebensgestaltung. Die Schulen kümmern sich um die Reduzierung ihres Ressourcenverbrauchs und machen damit die notwendige Energiewende unmittelbar erfahrbar, durch die Anlage naturnaher Schulgelände ermöglichen sie ihren Schülerinnen und Schülern unmittelbare Naturerlebnisse und unterstützen die Entwicklung eines grundlegenden Naturverständnisses. Die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima und die weltweite Klimaveränderung und die Organisation des Verkaufs fair gehandelter Produkte zeigen die globale Dimension nachhaltiger Entwicklung auf.
Die Integration dieser Themen in den Regelunterricht oder in den Wahlpflichtunterricht, die Gestaltung des Nachmittagsangebots und die Einrichtung von Schülerfirmen, die sich mit nachhaltiger Wirtschaftsweise beschäftigen, sind nur einige der Organisationsformen, die von den Schulen gewählt wurden.
Eine Delegation der EKS mit der Pädagogischen Leiterin Katie Hauptmann und den Lehrkräften Christiane Huth, Karola Keim und Helga Neumann , die die eingereichten Projekte im Unterricht begleitet haben, konnten aus den Händen der Staatsministerin Auszeichnungsurkunde und eine Umwelt-Fahne entgegennehmen. Letztere wird zusammen mit den Umwelt-Fahnen der Jahre 2008, 2009 und 2010 die Freifläche im Schulgebäude schmücken.
Das Konzept der Umweltschulen zielt nicht auf kurzfristige Effekte, sondern soll ganz bewusst nachhaltig angelegt sein. Aus diesem Grund beginnt mit der Veranstaltung in Bad Nauheim zugleich ein Einstieg in eine zweijährige Arbeitsphase der Schulen, die bisher auf ein Jahr ausgelegt war. Damit soll den Schulen mehr Zeit für die Umsetzung der Vorhaben zur Verfügung gestellt werden, sie aber gleichzeitig dazu berechtigen, die Auszeichnung auch zwei Jahre zu tragen.
In diesem Jahr würdigte die Jury aus Mitgliedern der Naturschutz-Akademie Hessen (NAH) in Wetzlar vor allem zwei Aktivitäten der EKS. Zum einen wurde die Durchführung einer „Umwelt-Rallye“ an der Schule berücksichtigt, die verantwortlich von der neuen Leiterin der „Umwelt-AG“, Frau Carola Keim, betreut wird. Es handelt sich bei der Rallye um einen Fragebogen mit Selbstkontrolle für alle neuen Schüler der 5. Klassen, mit dem sie während ihrer ersten Tage an der EKS alle Umwelteinrichtungen ihrer neuen Schule kennen lernen und das selbstständige sowie selbst kontrollierende Lernen erfahren. Dabei sollen die Neulinge ihre Schule in allen Facetten kennen lernen und Interesse an möglichst vielen Bereichen entwickeln, um schon bald dort mitzuwirken. Eine Verknüpfung mit Paten aus höheren Klassen führt dabei dazu, dass ältere Schüler wieder an die Einrichtungen erinnert werden und auch bei ihnen das Interesse neu geweckt wird.
Zum anderen reichte die „Garten-AG“ der EKS unter der Leitung von Alexandra Schlesinger eine Planungs- und Durchführungsstudie für ein Schulprojekt mit dem Schwerpunkt „Frühbeet“ ein, das im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs zum Thema „Wir lassen es natürlich wachsen“ entwickelt wurde. Mit Hilfe eines Produkt-Paketes, das als Gewinn ausgelobt war, begann die Garten-AG im Frühjahr mit den Vorbereitungen im Schulgarten. Da in diesem Jahr der Gartenboden recht lange gefroren war, konnte das Aussäen erst Anfang März beginnen. Gleichzeitig mit dem Frühbeet wurde im Freiland ein Vergleichsbeet angelegt und bepflanzt, um Unterschiede in der Entwicklung dokumentieren zu können. So konnten unterschiedliche Aspekte bei vergleichender Betrachtung beobachtet werden: Schnelleres Wachstum, geringere Austrocknung, unterschiedlicher Schädlingsbefall und bessere Keimfähigkeit.
Die Schüler und ihre betreuenden Lehrkräfte werden die nun zweijährige Arbeitsphase nutzen, um auch beim nächsten Ausschreibungstermin zur „Umweltschule 2013“ mit Erfolgsaussichten an den Start gehen zu können. Mit Sicherheit werden sich diese Bemühungen jedenfalls auf die Umsetzung der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der EKS positiv auswirken!
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