Unterwegs
Besuch bei den 7-Zwergen... oder Exkursion ins mittelalterliche Silberbergwerk Am Donnerstag, 13. September 2007, machten sich mehrere Kolleginnen der Fachbereiche Geschichte und Chemie auf nach Schriesheim bei Heidelberg, um dort das mittelalterliche Silber- und Vitriolbergwerk zu besichtigen.
Mit Umhang und Schutzhelm geschützt ging es bei herrlichem Herbstwetter in die Tiefe des Berges. Bei der Führung erfuhren wir einiges über die Gefahren und Probleme des Bergbaues, mittelalterliche Sitten und Gebräuche, alte Redensarten und vieles mehr.
Ein Tag harte Arbeit und doch nur 1 cm mehr – dabei ist der längste Stollen immerhin 600 m lang. Viele Arbeiter waren eigentlich noch Kinder. Mit 10 Jahren begann der Dienst als Helfer, die das Gestein mit kleinen Karren aus den Stollen schoben. Fast immer im Dunkeln; die Karren gaben durch eine besondere Vorrichtung den Weg vor. Mit etwa 17 Jahren als Hauer war der Höhepunkt der Karriere erreicht und die höchste Zeit zur Familiengründung, denn das Durchschnittsalter betrug nur 38 Jahre. Obwohl schon der 8 Stunden-Tag festgeschrieben war, trieb die Not zu Überstunden. So sahen viele Bergleute im Herbst und Winter oft wochenlang kein Sonnenlicht.
Auch die Umweltproblematik ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits auf alten Holzstichen des 15. Jahrhunderts sind tote Bäume im Bereich der Bergwerke abgebildet. Mit Hilfe hoher Schornsteine wurde später dann zumindest die nähere Umgebung geschützt.
Immer tiefer in den Berg hinein bei (zumindest kurzfristig) spärlichem Licht der Ölfunzel ... wir waren uns einig, dass uns das Leben heute doch besser gefiel. Für uns alle war es eine interessante Exkursion, nicht zuletzt dank unsrem gut informierten und engagierten Grubenführer vom Bergwerksverein. Wir finden: Ein Besuch lohnt sich!
Infos unter www.bergwerk-schriesheim.de
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