Umweltpreis
Umweltpreis des Kreises BergstraßeDer Beitrag der Garten-AG war ein Teilaspekt für die Verleihung des Umweltpreises.
Hier der Bericht über die Aktivitäten rund um den Garten hinter dem Neubau unserer Schule:
Die Garten-AG
Die Schüler der Garten-AG rekrutieren sich jedes Jahr neu, nur wenige Schüler machen über mehrere Jahre hinweg mit. Das hat zur Folge, dass in jedem Jahr Fünftklässler ganz von vorn lernen müssen, was im Garten zu tun ist, wie man Pflanzen einsetzt und wie man ein Beet hacken kann, ohne die Pflanzen zu zerstören. Dafür ist die Begeisterung für die Arbeit im Garten bei den Kleinen riesig.
In der Regel arbeiten etwa 15 Schülerinnen und Schüler in der Garten-AG mit. Diese kommen an zwei verschiedenen Wochentagen, um die Gruppe möglichst klein zu halten. Nur so ist eine persönliche Betreuung möglich. Nur wenige, meist ältere Schüler können ohne Beisein der Lehrkraft selbständig arbeiten. Außerdem ist die Zahl der Gartengeräte begrenzt.
Die einzelnen Vorhaben
1.) Staudenbeet um den Teich
Dieser Bereich ist der Mittelpunkt des gesamten Schulgartens. Im Teich selbst gedeihen Seerosen, Froschlöffel und Rohrkolben, der Teichrand ist u.a. mit Schilf, verschiedenartigen Lilien, Frauenmantel, Blutweiderich, Primeln bepflanzt.
Abseits des Teiches geht der Bewuchs dann über in verschiedenartige Stauden-gewächse wie Phlox, Rittersporn, Mohn, Storchschnabel, Aster, Spornblume, Schafgarbe und Mädchenauge, es gibt auch einen Bereich mit Gräsern. Die Anlage wurde nach und nach angelegt und ist noch im Entstehen. Die ersten Pflanzen waren ausschließlich Ableger aus heimischen Gärten, dann wurden einzelne Pflanzen hinzugekauft. Auch die Anzucht eigener Stecklinge wurde erfolgreich ausprobiert.

Schließlich wurden regelmäßig im Frühjahr einjährige Sommerblumen, vor allem Zinnien, Tagetes und Löwenmaul, ausgesät, um damit die noch nicht bepflanzten Bereiche auszufüllen. Im Frühsommer ließen wir aus dem gleichen Grund Mohn und Phacelia wild wachsen.

Dieser Bereich dient vor allem der Vermittlung von Freude an der Natur, der Anzucht und Pflege möglichst hübscher Blumen und Pflanzkombinationen; er soll einfach das Auge erfreuen und dem Garten ein Gesicht verleihen.
Am Beispiel von Teich und Staudenbeet erkennt man besonders deutlich den Fortlauf der Arbeiten in den vergangenen Jahren, wie die nachfolgenden Bilder zeigen.
Mai 2002
Mai 2004
Mai 2006
2.) Kleiner Teich
Eigentlich ist der kleine Teich zu klein geworden. Trotzdem gedeihen hier in klarem Wasser Libellenlarven, Rückenschwimmer und Wasserläufer, so dass für den Biologie-Unterricht gutes Anschauuungsmaterial vorhanden ist. Der nur schmale Pflanzstreifen um den Teich ermöglicht das Beobachten der Wassertiere. Während der große Teich unbeabsichtigt mit Goldfischen besetzt ist, wurde hier nichts von uns manipuliert, alle Tiere sind selbst eingewandert.
3.) Hecke und Wildblütenbeet
Zum Ausgleich der ursprünglich vorhandenen Hecke, die der Baustelle des Neubaus weichen mußte, konnten wir im Herbst 2002 etwa 50 neue Sträucher pflanzen. Unter dem Aspekt einer abwechslungsreichen, Sichtschutz zur Straße bietenden und für Vögel sowie Kleintiere nützlichen Bepflanzung wählten wir u.a. Weißdorn, verschiedenartige wilde Rosen und Frühblüher wie Weide und Hasel.
Dank intensiver Pflege wurden wir in diesem Jahr wieder mit einem reichen Blütenflor der Wildrosen belohnt. Neben der hier gezeigten Hundsrose blühten auch Weinrose und Zimtrose besonders üppig.
Wenn das Wachstum weiterhin so gut verläuft, wird unsere sowohl als Sichtschutz- wie auch als Vogelschutzhecke geplante Anlage schon bald vielen Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf bieten.eben der
Das Wildblütenbeet ist noch immer sehr einseitig geprägt, weil bisher verschiedene Distelarten, Klee und wilde Möhren das Areal dominieren.
Es ist unser Anliegen, durch Hacken und Ausgraben einerseits und Ausbringen von Wildsaat andererseits die Vielfalt im Laufe der Zeit zu vergrößern, um im Wahlpflichtunterricht Pflanzenbestimmungen zu ermöglichen.
Der östliche Randbereich ist als Duftbeet mit südländischen Küchenkräutern konzipiert. Fast alle Pflanzen wurden aus Stecklingen gezogen und mittlerweile blühen Rosmarin, Lavendel, Thymian und Salbei prächtig.
Ein Wahlpflichtkurs „Kochen und Backen mit Gewürzen und Kräutern“ konnte bereits von dieser Pflanzung profitieren.
Besonders für die jüngeren Schüler ist der intensive Duft der Kräuter immer wieder ein Erlebnis. Deshalb nutzen wir diesen Bereich auch, um den Fünftklässlern, die an der Mittagsbetreuung unserer Schule teilnehmen und die AG „Naturphänomene“ gewählt haben, einen die Sinne ansprechenden Einstieg in die Natur zu vermitteln.
4.) Kräuterspirale
Am Rande des Kräuterbeetes begannen wir im Mai mit dem Bau einer Kräuterspirale. Im alten Garten hatte bereits eine existiert; die Steine wurden für einige Jahre zwischengelagert, weil die Zeit für eine Neuanlage fehlte.
Jetzt wollten wir endlich damit beginnen, und so begannen zunächst einige kräftige Schüler der oberen Klassen damit, in vielen Stunden die Steine an den vorgesehenen Ort zu tragen und sie dort grob nach Form und Größe zu ordnen. Außerdem wurden viele Schubkarren mit Erdmaterial an die gewünschte Stelle transportiert.
Bereits am nächsten Nachmittag waren fast alle Steine verbaut, und die Spirale erschien uns im Verhältnis zur Grundfläche hoch genug. Auf einen kleinen Teich am Fuß der Kräuterspirale verzichteten wir bewusst, weil wir uns nicht in der Lage sehen, im Sommer ständig Wasser nachzufüllen. Diese Erfahrung hatten wir vor Jahren mit unserer alten Anlage gewonnen.
In der nachfolgenden Woche war die Erde genügend abgesackt, um eine erste Bepflanzung vornehmen zu können.
Auf einer Kräuterspirale sollen auf kleinstem Raum Pflanzen verschiedener Klima- und Vegetationszonen wachsen. Unten gedeihen eher feuchtigkeitsliebende Kräuter, während oben die mediterranen Pflanzen ideale Bedingungen finden.
Weil wir aus schon besagtem Grund auf den Teich verzichtet haben, der laut Empfehlung verschiedener Autoren in Südlage ausgerichtet sein soll, legten wir unsere Feuchtzone in Nordostrichtung an, um die Verdunstung an sonnigen Tagen zu minimieren. Folglich sind alle weiteren Bereiche komplett der Sonne ausgesetzt.
Entsprechend nahmen wir eine erste Bepflanzung vor, die im Herbst noch vervollständigt werden soll: Bärlauch, Schnittlauch und Zitronenmelisse im unteren Bereich, gefolgt von einigen Minzearten, die wegen starker Wurzelbildung in Töpfe gepflanzt wurden. Weiter oben setzten wir Lavendel, Salbei, Bergbohnenkraut und einige Arten von Thymian.
Da wir im Gemüsegarten über ein weiteres Kräuterbeet verfügen, auf dem vor allem Petersilie für die Schulküche angelegt wird, wo aber auch Estragon, Liebstöckel, Minze und Schnittlauch wächst, kam es uns bei der Kräuterspirale nicht darauf an, eine große Vielfalt zu erreichen. Insbesondere wollen wir auf einjährige Kräuter, vor allem Petersilie, verzichten, weil der Pflegeaufwand dafür in einem Schulgarten zu groß ist.
Bis zu den Sommerferien hat sich unsere neue Kräuterspirale optisch gut in das angrenzende Duftbeet am Sträucherhügel eingepasst.
5.) Blumenkästen
Die Teilnahme der Stadt Bürstadt am Wettbewerb „Entente florale“ im Jahr 2006 war für unsere Schule ein Anlass, mit mehr Blumenschmuck eine Verschönerung unserer Gebäude und des Schulhofes zu erreichen. Ein Projekt dazu war das Anbringen von Blumenkästen an den zur Straße ausgerichteten Fenstern des Schulgebäudes. Dazu hatten wir den Balkon der Südseite mit Geranien bepflanzt, die Fenster der Nordseite mit Petunien und Weihrauch.
Die Klassen, vor deren Fenstern die Kästen angebracht wurden, wurden beauftragt, für das regelmäßige Wässern zu sorgen. Damit das auf Dauer überhaupt möglich ist, wurden von vornherein Kästen mit großem Wasserspeicher angeschafft. So konnte auch bei heißem Wetter bequem ein verlängertes Wochenende überstanden werden. In den Ferien versorgten unsere Hausmeister die Pflanzen.
Die 8 Kästen mit den Geranien wurden in einem hellen, kühlen Raum überwintert, so dass im April nicht mehr alle Pflanzen neu gekauft werden mussten.
In die 8 Kästen der Nordseite wurden im Herbst die Petunien durch kleine Herbstchrysanthemen ersetzt. Leider vergaßen die Schüler im Winter das Gießen, so dass im Frühjahr wieder eine komplette Neubepflanzung mit Petunien, Fuchsien und Weihrauch anstand.
Die regelmäßige Pflege erweist sich insgesamt als ein großes Problem. Nur mit viel Engagement und Zeitaufwand der Garten- und Umwelt-Arbeitsgemeinschaften ist dieses Blumen-Projekt organisatorisch überhaupt möglich.
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